20.09.09: Überraschungsparty
Heute hat die Tante, die gestern zu Besuch war Geburtstag und es wurde eine Überraschungsparty organisiert. Viel Essen, viele Leute, laute Musik und Inder sind nach einem Drink besoffen, sodass sich der Lärmpegel ins Unendliche steigern kann. Nichtsdestotrotz ganz nett, jedoch völlig verschieden zu deutschen Familientreffen.
19.09.09: Keine besonderen Vorkommnisse
Da ich diesen Blog nun aus zwei Tagen Rücksicht schreibe und mich nichtgenau an den Tag erinnern kann, nehme ich an, dass nicht besonderes passiert ist. Nikoos und Shikoos Eltern haben sich darüber aufgeregt, dass wir so lange am Vorabend im Pub waren, wir haben dann einige Malls erkundet, die Tante besucht und abends haben wir bei Supriya Spieleabend gemacht. Scrabble auf Englisch kann schwierig werden, genauso wie Allgemeinwissenspiele. Uno lief!
18.09.09: Angekommen!
Um sieben Uhr Ortszeit verließ ich nun das Flughafengebäude. Losgeflogen bin ich bei 6°C, angekommen bei 40°C. Wow! Jetzt musste ich erst mal schlafen! Das tat ich dann auch. Abends sind wir, Supriya, Shikoo, Nikoo und ich, in ein Pub gegangen. War sehr nett. Musikqualität ist hier um Meilen besser als in Deutschland, dafür wird sie aber auch zehnmal so laut gespielt, sodass man sich während Unterhaltungen anschreien muss, was die Inder aber wiederum zu mögen scheinen, da sie das konsequent in allen Lebenslagen durchziehen, außer im Schlafen. Zu den Getränken ist zu sagen, dass man da bitte keine deustchen Maßstäbe ansetzen darf. Sie sind alle sehr wässrig. Sowohl Bier als auch Cocltails.
17.09.09: Lebe das Leben auf dem Flughafen
Heute ging’s los. Zwischen Indien und mir standen nur noch 24 h Zugabteil, Flughafenhallen und Flugzeugsitze. Verlief alles prima und on time.
Hier nun einige Skurrilitäten und Weisheiten:
1. Preisgarantie?! Denkste!
Angekommen am Flughafen Tegel schaute ich mich nach etwas Essbarem um, weil ich seit meinem Erwachen um drei Uhr in der Frühe noch nichts gegessen hatte. Dabei sah ein Eierbrötchen besonders nett aus und erschien mir für Flughafenverhältnisse erschwinglich. 2,80 € sollte der Spaß kosten. Ich wollte sichergehen und die Flughafenhallen nach evtl. noch besseren Brötchen abklappern und so ließ ich das Eierbrötchen für zehn Minuten dort liegen. Als ich zurückkam kostete, aus verletzter Eitelkeit, dass ich es nicht gleich als das Auserwählte erkannte, oder aus rein ökonomischen Gründen, 3,20 €.
2. London ist teuer!
In London angekommen sah ich fünfeinhalb Stunden Aufenthalt vor mir liegen. Man kann in dieser Zeit durch London cruisen, was mir zu teuer war, da die billigste Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vier Pfund für eine Strecke kostet, oder aber den Duty Free- Bereich auskundschaften. Ich tat letzteres. Resultat: Auch im Flughafen ist London arschteuer! Ich wechselte zwölf Euro, bekam dafür acht Pfund fünfundneunzig und konnte mir dafür gerade mal einen Minisalat mit Miso- Suppe kaufen.
3. Sei nicht besorgt, wenn dein Sitznachbar nach intensivem Medikamentenverzehr während des acht Stunden Fluges nach Verlassen des Flugzeueges plötzlich Atemschutzmaske und Handschuhe anzieht! Er muss nicht die Schweinepest haben- mir geht’s bis jetzt zumindest ganz gut.
4. Am Flughafen Indira Ghandi in Delhi muss man nun nicht mehr nur durch die Passkontrolle, sondern zuvor noch durch den Swine-Flu-Health-Check. Kann sich nur um Stunden handeln.
2. Oktober 2008: Ich habe ein Mehendi
Ich wollte etwas typisch indisches haben. Also hab ich gefragt, ob ich mir denn nicht so ein Heena- Muster auf die Hände- auch Mehendi- genannt- machen lassen könnte. Gesagt, getan. Gegen 16 Uhr standen zwei schlanke Inder mit einer Marlboro-Stange vor unserer Tür. Sie setzten sich aufs Sofa und saßen dann auch erst mal da. Nach einer gewissen Zeit holten sie eine Art Katalog heraus und führten mir ihre 30 verschiedenen Mehendi- Arten in 30 Sekunden vor. Danach sollte ich mich dann entscheiden, welches ich denn haben wolle. Nun, da ich langsam alt und mein Auge träge werden musste ich mir den Katalog natürlich noch mal alleine und etwas langsamer angucken. Konnte mich dann entscheiden und tippte wie wild auf das Bildchen, woraufhin die beiden Inder sich zunickten und ihre Marlboro- Stange aufmachten. 
Zum Vorschein kamen zwei Ölampullen und zwei wie Mini-Zuckertüten geformte Alufolie-Dinger, die wie diese Spritzpistolen benutzt wurden und das wertvolle Heena beinhalteten. Nun musste ich mich vor die beiden Inder setzten und meine Arme auf ihre Oberschenkel legen. Dann tropften sie ein bisschen gut riechendes Zitronenöl darauf, verrieben es, schnitten die Spitzen von ihren Mini- Zuckertüten ab und fingen an mir Heena- Muster auf die Arme zu malen. War lustig. Das ganze dauerte so zwanzig Minuten. Dann gingen sie. Doch die wahre Tortur begann erst jetzt. Ich durfte mich zwei Stunden nicht bewegen. Damit das Heena nicht verwischt. Nachdem es nach zwei Stunden trocken wie Staub an meiner Haut haftete (Gefühl erinnert an das einer Schlammpackung, die man so ca. drei Stunden zu lange drauf gelassen hat) durfte ich es mit übel riechendem Senföl wieder abschrubbeln. Schätze, dass ich so circa drei Hautschichten allein dabei verloren habe. Als dann alles ab war, durfte ich unter gar keinen Umständen mit Wasser in Berührung kommen. Grausam! Ölig wie ne Sardine und stinkend wie nen ganzer Fischtanker. Seeehr grausam! Noch dazu sah das Heena nicht dunkel, sondern Neonorange aus… ohne Worte! Aber die erfahrenen Inder waren sehr zufrieden. „Beautiful! It will get darker. Just put some more mustard oil before you go to sleep and it will be very dark next morning!“ …Nun ja, es wurde wunderschön dunkel bis zum nächsten morgen, aber dafür musste ich auch das gesamte Bettzeug erst mal in die Wäsche packen.
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15. September: Ich habe Blasenentzündung
Heute Morgen bin ich aufgewacht, ging auf Toilette und sofort war mir klar: Ich habe eine schöne fette Blasenentzündung. Ganz toll! Also wurde ich zum Arzt gefahren. Eine Arztpraxis hier darf man sich nicht so vorstellen, wie in Deutschland. Sie ist nicht weiß, der Arzt trägt weder einen weißen Kittel noch sonstige Indizien, die einen Arzt hierzulande auszeichnen, Warte- und Behandlungszimmer sind ein und derselbe Raum. Ich war jedenfalls froh, dass ich nicht zum halbjährlichen Check- Up beim Gynäkologen vorsprechen musste. Ich wurde an den Schreibtisch gerufen und sollte vor allen Anwesenden mein Befinden detailliert schildern. Die Ärztin war sehr freundlich und schrieb sofort ihre Diagnose und die einzuleitenden Schritte auf einen Blatt Papier. Nach eingehender Erörterung meines Problems sagte sie, ich müsse eine Urinprobe abgeben, heute Abend würde dann das Ergebnis derselben vorliegen und dann wird über weitere einzuleitende Schritte nachzudenken zu sein. Detailliertere Auskünfte könne sie aber erst nach drei Tagen geben, wenn der Laborbericht vorliegt. Sie sagte noch, dass ich bis dahin sehr viel trinken und morgens und abends je eine der Vitamintabletten, die sie auch auf das Blatt Papier geschrieben hatte, schlucken solle und dann würde es mir in zwei bis drei Tagen besser gehen. Sie riss das Papier ab und gab es mir. Wir bezahlten und ich fragte mich schon, was denn nun aus der abzugebenden Urinprobe geworden sei, als ich schon ins Auto zurückgeschubst wurde. Wir fuhren an einen anderen Ort. Dieser war blau-weiß gekachelt und machte rein von der äußeren Erscheinung her schon eher den Eindruck einer medizinischen Einrichtung. Ich bekam einen Becher und durfte wasserlassen gehen. Das tat ich dann doch lieber im Stehen…wenn man schon einmal in Frankreich, Portugal oder Italien auf öffentlichen Toiletten war, dann kann man sich auch gut vorstellen warum. Dann holten wir noch die Vitaminpillen ab und fuhren wieder nach Hause. Abends kam dann ein Anruf, dass der erste Laborbericht vorläge, den wir umgehend abholten und dann direkt zur Ärztin gingen, die, nebenbei gesagt, bis 21 Uhr Sprechstunde hat. Im Gegensatz zum Vormittag war das Wartezimmer nun brechend voll. Auf dem Sitzplatz neben mir wurde gerade ein drei Jahre altes Kind heulend narkotisiert, auf den „Behandlungsstühlen“ vor mir gab es gerade eine Familienpackung Hepatitis A- Impfungen. Die Werbung in dem Zimmer war ausschließlich auf die Verantwortlichkeit der Eltern gegenüber der Gesundheit und des Wohlbefindens ihrer Kinder ausgerichtet. So zeigte ein Plakat einen Säugling, dessen eine Körperhälfte lachend in einem Kinderbettchen lag und dessen andere weinend auf der Intensivstation im Gitterbett eines Krankenhauses jammerte. Darunter stand „It’s in your hands how your child is growing up“. Irgendwann kam ich dann an die Reihe. Die Ärztin las meinen Bericht und schien nicht sonderlich zufrieden. „Well, that does not look very good.“ Dann erzählte sie detailliert was denn suboptimal lief, verschrieb mir Antibiotika und betonte, dass ich mich sofort melden solle, wenn der detaillierte Laborbericht vorläge. Ich war sehr beeindruckt. Trotz dass diese Praxis den deutschen Hygienestandards wahrscheinlich bei weitem nicht gerecht geworden wäre fühlte ich mich von dieser Ärztin am souveränsten betreut. Ich kann das natürlich jetzt nur hinsichtlich von Blasenentzündungen sagen, aber so umfassend und vor allem billig läuft das in Deutschland nicht ab.
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13. September: So you don’t believe in destiny?!
Heute wollten wir den Sehenswürdigkeiten Delhis unsere Aufmerksamkeit widmen und so machten wir uns gegen 14 Uhr auf aus Gurgaon nach Delhi. Auf dem Weg sammelten wir einen Freund ein und fuhren dann direkt zum Central Park um dort einen Parkplatz zu suchen.
Das besondere an den Parkplätzen hier ist, dass man die Autoschlüssel dem „Parkplatzwart“ gibt und dieser so mehrere Reihen von Autos hintereinander parken kann und falls einer der Zugeparkten sein Auto benötigt die später gekommenen einfach umparkt.
Die Tage hier sind heiß und feucht, sodass, sobald man das gekühlte Auto verlässt, tierisch zu schwitzen anfängt. Nun gingen wir einen Boulevard entlang, der einen Park (Central Park, Connaught’s Place) kreisförmig umgibt und wollten uns schon auf zu einem typisch-indischen Marktplatz machen, als unserem Freund, nennen wir ihn Sanjukt, einfiel, dass er unbedingt noch einen Vodafone- Shop finden muss um seine Rechnungen zu bezahlen. Diese scheint man in Indien immer bar zu bezahlen. Nichts mit Kontoeinzugsermächtigung oder Online Banking oder dergleichen. Also liefen wir den gesamten Weg und noch viel mehr wieder zurück. Durstig wie wir waren wollten wir natürlich eine Abkürzung nehmen und schlenderten durch den sich in der Mitte befindlichen Park, vorbei an Mülltonnen und einer unterirdisch angelegten Markthalle. Das war so gegen 17.45 h. Wir fanden den Vodafone- Shop, ließen uns noch von einem Händler seine neueste Errungenschaft zeigen und machten uns dann auf zu einem der bekannten Marktplätze in Delhi. Wir hatten jedoch Durst und so stoppten wir in einem der unzähligen Straßencafés. Dort gab es dann cold coffee, french fries und einen veg burger. Es gibt in Indien keine richtigen Burger ( damit meine ich die, die es bei uns gibt und die aus Rinderfleisch gemacht sind ), weil Rinder hier heilig sind und somit nicht gegessen werden. Wenn ein Rind über die Straße schlendert liegt der gesamte Verkehr still. Und wenn es sich dann noch mit all seinen Rinderfreunden entscheidet auf einer Hauptverkehrsstraße ein Nickerchen zu halten hat man einfach mal Pech gehabt. Burger gibt es in Indien also mit Lammfleisch. Bei dem Snack eröffnete uns Sanjukt, dass er gestern gekündigt habe und dass er uns nächste Woche vielleicht ganz Delhi und Umgebung zeigen könne, vorausgesetzt das Gespräch mit seinem Chef am Montag verliefe wie geplant. Kündigungsgrund war eine Vorverlegung der Arbeitszeit auf fünf Uhr morgens. (Viele Menschen hier sind von amerikanischen Firmen angestellt. So sind die fast alle Service Center und andere Call Center der Amis in Indien. Da die Zeitverschiebung so um die sieben Stunden beträgt müssen somit die Mitarbeiter, die in besagten Call Centern arbeiten nachts arbeiten um für die amerikanische Konsumgesellschaft ansprechbar zu sein. Dieses Schicksal hat nun auch Sanjukt ereilt- es gefiel ihm nicht- er kündigte).
Auf die Frage hin, was er denn nun machen wolle antwortete er „Das Schicksal wird schon wissen was es mit mir vorhat“ und lächelte. „Wie das Schicksal wird es schon wissen?“-„Glaubst du nicht ans Schicksal, Zoe?“-„Nein. Ich glaube jemand kann mal mehr oder weniger Glück haben aber ich glaube nicht, dass alles in deinem Leben schon vorbestimmt ist.“ Er lächelte wieder und neigte den Kopf zur Seite. „Nenn es wie auch immer du möchtest“. Wir gingen. Wir wollten zu einem der großen Basare Delhis, doch als wir ein riesiges, rötlich schimmerndes Gebäude sahen, in dem ausschließlich indische Waren verkauft wurden konnten wir nicht umhin als mal einen Bummel hindurch zu machen. Es war umwerfend. Alles schimmerte und funkelte wie in 1001 Nacht. Sämtliche Gottheiten waren dort versammelt, es gab typische indische Möbel, Lampen, Accessoires, Wandschmuck, Tee. Man konnte indische Hochzeitskleider bestaunen und anprobieren, es gab Schmuck in Hülle und Fülle und auch an mehr oder weniger kitschigen Souvenirs mangelte es nicht. Auch gab es wunderschöne Hemden (das fällt mir in diesem Zusammenhang nur ein, weil ich letztens in Berlin mit meinem Paps auf der Suche nach anschaulichen Männerhemden war und es keine gab). Kurz gesagt: Ich befand mich in einem auf riesigen vier Etagen ausgedehntem Shopping-Paradies. Wir schlenderten verträumt hindurch und nahmen am Ende unseres Rundganges in einem Café im Obergeschoss statt. In gastronomischen Einrichtungen hier gibt es irgendwo immer einen Fernseher und so sahen wir gerade den hell erleuchteten, mit Menschenmassen gefüllten von Polizei- und Feuerwehrautos überlaufenen Central Park, als auch unsere Telefone wie wild zu bimmeln begannen. „You ok?“- „Yeah, sure. Just having a cup of cold coffee with ice cream“- „Good. There have been 3 bomb blasts in the centre of Delhi”. . . Stille. Wir schauten auf die Fernsehbildschirme. Plötzlich fing unserer Nachbar an zu erzählen. „Ich war gerade in diesem unterirdischen Markt im Central Park. Und gerade als ich wieder nach oben gekommen bin hörte ich hinter mir einen tierischen Knall und eine Druckwelle. Das muss die Bombe gewesen sein“
Wie wir in der nächsten halben Stunde feststellten war es eine Bombenserie. Es explodierten 5 Bomben innerhalb von 45 Minuten. Zwei davon explodierten 18.30 h in Mülltonnen des Central Park, die wir nur eine dreiviertel Stunde zuvor passiert hatten.
Auf dem Rückweg versuchten wir uns so schnell wie möglich durch die überfüllten Straßen Delhis zu kämpfen. Im Auto war es still. Doch dann erklang vom Rücksitz Sanjukts Stimme. „So Zoe, you don’t believe in destiny?!“
Die gleiche Frage hatte ich mir auch gerade gestellt.
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Mittwoch, 10. September 2008: Los jeht et!
Morgen ist es soweit. Pünktlich um 4 Uhr früh werde ich mich gen Flughafen begeben um um 7 Uhr meinen Flieger in die Stadt der Liebe und von dort einen Anschlussflug in eine der ältesten Städte der Welt zu bekommen: Delhi. Der ganze Spaß soll zehn Stunden und fünfundvierzig Minuten dauern und ich hoffe, dass ich im urbanen Delhi nicht sofort freudigst von Drosophila melanogaster begrüßt werde, um später nicht alle drei/zwei Wochen oder gar jeden Tag von wechseljahrähnlichen Hitzewallungen heimgesucht zu werden. Diese sollen sich aber in diesen Höhenlagen und vor allem in solch überbevölkerten Städten gar nicht wohl fühlen und so lieber die freizügigen, halbnackten UIrlauber an den schönen, einsamen, endlos langen Sandstränden Goas beglücken. Außerdem bin ich natürlich mit Tonnen von Insektenschutzmitteln bewaffnet, so dass mein Koffer auch leichtes Übergewicht aufweist. Aber naja, Frauen schummeln bei ihrem Gewicht um Kilos, da sollen die sich bei 800 Gramm mal nicht so haben! Gegen jegliche anderen Bosheiten dieses Landes bin ich ausreichend immunisiert, so dass ich mich jetzt getrost zurücklehne und bei einem Stückchen Erdbeer-Sahne-Torte noch das adäuat zusammengestellte deutschen Fernsehprogramm genieße, auf dass mir soviel Blödheit in näherer Zukunft hoffentlich nicht mir entgegengeschleudert kommt.
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Freitag, 8. August 2008: Reisevorbereitungen
Als erstes bin ich gespannt, wie sich diese Seite in Zukunft gestalten wird, da ich noch nicht herausbekommen habe, wie man in wordpress.com auf einer neu gestalteten Seite Artikel schreibt, die auch nur zu dieser Seite gehören…in diesem Falle zu Indien. Wenn das nicht ginge fände ich dieses Feature sonst relativ sinnlos, da man dann pro neuer Seite ja quasi nur einen riesigen Endlostext schreiben könnte ohne ihn glieder zu können….na mal gucken.
Heute bin ich mit dem gröbsten an Reisevorbereitungen fertig. War beim Arzt und habe mir Rezept für Typhus-und Hepatitis A-Impfstoff abgeholt, ihn bestellt und muss dann nächste Woche nochmal vorbei, damit mir das ganze dann subkutan injiziert werden kann und mein Papa in den 4 Wochen, in denen ich dann in Indien bin keinen Herzkaspar bekommt aus Angst ich würde nicht lebend oder aber völlig verseucht zurückkommen. Er ist da etwas schreckhaft. Gestern abend zum Beispiel saßen wir gemütlich auf unserer Terasse, als ein Waschbär auf dem Dach unseres Nachbarn (Haus steht leer) ganz keck zu uns herüber schaute. Ich bin froh, dass man in Deutschland für den Besitz von Waffen einen Waffenschein braucht, denn ansonsten wäre bei uns gestern das Waschbärblut nur so geflossen. Sobald mein Vater ihn nämlich erblickt hatte wurden Horrorszenarien ersponnen von etwa folgender Qualität: Waschbär=böses, respekt-und furchtloses, tollwütiges, müllfressendes, in Dachböden einnistendes und ganzen Kamin/ Schornstein vollpissendes, hauszerstörendes und kindertötendes Ungeziefer. Und das war kein Scherz. Binnen 5 Minuten wurden Förster und Jäger angerufen sowie der Waschbärbestand in unserer näheren Umgebung im Internet abgecheckt. War ganz interessant. vor 2 Jahren wurden ca. 50 abgeschossen, letztes Jahr waren es schon ca. 3000. Interessant. Und alles nur, weil zu Adolfs Zeiten eine Fliegerbombe in Brandenburg eine Tierfarm zerstört hat und 25 Waschbären in die freie Wildbahn gelangten und hier sich munter ohne jegliche natürliche Feinde (sie kommen ja aus Nordamerika) vermehren konnten.
Habe außerdem gestern von der Indischen Botschaft mein Visum zugeschickt bekommen- yieppie yieppie yeah yieppie yeah! Brauche jetzt also nur noch meine Flugtickets und hoffe, dass der Zwischestopp nicht auf einem französischen Flughafen ist. ( Man hat mir erzählt, dass da jegliche Ausschilderungen nur in Französisch stehen; da ich aber nur begrenzt Englisch und Russisch spreche ist diese Kombination für mich äußerst ungünstig. Zumal die Franzosen nun nicht für Ihre Gastfreundlichkeit undToleranz bekannt sind.)
So far…alles in Butter.
Hallo mein Schatz, schön, dass die Vorsehung Dir einen Vorsprung von 45 min geschenkt hat, ich wußte schon warum ich mir Sorgen mache. Jetzt weiß ich gar nicht, ob ich Mutti davon erzählen soll oder nicht.
Ich hoffe es geht Dir gut, und die Cystitis ist, wenn Du diese Zeilen liest Geschichte. Ich staune, dass Du es mit einer Blasenentzündung bis abends ohne Relaxantien ausgehalten hast. Meistens will man ja pullern und kann nicht und bekommt dann dazu noch ungeheure Schmerzen. Deine Erzählung ist sehr schön und plastisch, aber direkt kommunizieren können wir nicht, oder?
Ich hoffe Du bekommst diesen Kommentar, da ich aber glaube, dass ihn jeder lesen kann, wünsche ich Dir erstmal alles Gute aus Berlin, und melde Dich mal, Dein Dich liebender Paps.