Letztens ist mir was passiert: Unglaublich!!! Ich bin abends mit einem Freund schön in eine Cocktail-Bar gegangen. War auch alles ganz nett. Wir haben uns schön die Mai Tais hintergekippt, viel gelacht und rumgealbert. Am Nachbartisch nahm eine Lady Platz. Sie blieb den ganzen Abend über alleine und mit fortschreitender Stunde trank sie mehr und mehr. Anscheinend hatte sie ihr Typ versetzt oder so. Nun ja. Irgendwann stand sie auf, ergriff hastig ihre Tasche, ging zum Kellner, beredete etwas mit ihm und verließ das Lokal. Kurz darauf verlangten auch wir die Rechnung. „Sie zahlen auch für die Dame, die vorhin am Nachbartisch saß?“-„Ähm…nein. Wir kennen die Dame nicht“-„Nun, sie hat die Getränke auf Sie anschreiben lassen“ Wir schauten uns verdutzt an. „Da muss ein Irrtum vorliegen“, sagte meine Begleitung, schnappte sich seinen Mantel und rannte so schnell er konnte die Straße entlang, auf der die Lady zuletzt verschwunden war. Er erwischte sie auch mehrere Querstraßen weiter und fragte sie, was das denn solle. „Das tut mir schrecklich Leid“, erwiderte die Dame, „aber mein Randevouz hat mich versetzt und ich hatte kein Bargeld bei mir und so wusste ich mir nicht anders zu helfen als alles auf Ihre Rechnung setzten zu lassen. Aber ich mache Ihnen einen Vorschlag: Ich wohne zwei Blöcke weiter. Ich gehe schnell nach Hause, hole Geld und dann begleichen wir das ganze. Als Pfand lass’ ich Ihnen meine Handtasche hier“ Mein Freund war einverstanden und so wartete er mit der Handtasche in seiner Hand mitten auf der verlassenen, dunklen Straße. Wenige Minuten später kam die Dame wieder. Doch sie kam nicht mit dem Geld. Stattdessen hatte sie einen Polizisten im Schlepptau. „Sehen Sie Herr Wachtmeister! Dort! Dort steht der Schuft, der mir meine Handtasche geklaut hat“ schrie sie und zeigte auf meinen Freund. Der wusste gar nicht, wie ihm geschah. Musste er auch nicht, denn er wurde sofort ins Verhör genommen. „Ist das die Handtasche dieser Frau hier?“-„Ähm….ich denke schon…aber sie hat…“-„Ja ja. Wie kommen Sie zu der Handtasche? Was befindet sich in der Handtasche?“-„Sie hat sie mir gegeben. Als Pfand.“ Der Polizist belächelte ihn. Dann nahm er die Tasche und schaute hinein. Er schüttelte den Kopf und schaute noch einmal. Dann hielt er sie meinem Freund hin. Er schaute hinein, und was er sah ließ ihn erschaudern. In der Tasche befanden sich Knochen.

Nach eingehenden forensischen Untersuchungen stellte sich heraus, dass es die Knochen eines Bären waren. Nämlich des Bärens, den ich euch gerade aufgebunden habe ;)

Tag des Spritzens

Juli 23, 2008

Ich habe mich heute Richtung Warschauer Straße begeben, um mich in einem “innovativem, kleinen Schmuckgeschäft” als Aushilfe vorzustellen. Man malt sich vor seinem inneren Auge vorher aus, wie dieses kleine, innovative Schmuckgeschäftchen aussehen könnte und vor meinem inneren Auge war es ein kleines Lädchen, mit allerlei niedlichem Modeschmuck und und anderen netten Accessoires, das kürzlich von Design-/Kunststudenten oder sonstig künstlerisch begabten Leuten aufgemacht wurde. Nun, die Wahrheit sah natürlich anders aus. Als ich ankam, stand ich vor einem Gothik-Schmuckladen. Die “Chefin” war eine dürre, 50-jährige Spargelstange mit Punkerschnitt und laschem Händedruck, bei der man nicht auf den ersten Blick erkannte, welchen Geschlechtes sie denn angehört, die anderen Mitarbeiter wirkten normal, wenn nicht sogar leicht verschüchtert. Mich hätte es nicht gewundert, wenn von dem “innovativen” Schmuckgeschäft eine Verbindungstür zu einem Untergrund-Tattoo-Lädchen oder einer Domina-Gruft geführt hätte. Ich habe mich natürlich möglichst schnell aus der Affäre gezogen. Als ich dann wieder sicher in der Bahn nach Hause saß, wollte ich mir besonnen ein Schlückchen Mineralwasser mit Sprudel gönnen. Ich schaute aus dem Fenster, drehte am Verschluss der Flasche und *Splash-splash* hatte ich einen halben Liter Mineralwasser auf mitten auf dem Kleid. Habe die unangenehme Situation natürlich gekonnt mit “So-tun-als-sei-nix-passiert-und-verträumt-aus-dem-Fenster-Gucken” überspielt. Als mir von einem netten Mann dann jedoch lächelnd ein Taschentuch gereicht wurde konnte ich nicht umhin mich zu bedanken und schnell mein durchtrieftes Kleid abzutupfen.

Zu Hause angekommen gab es dann Mittagessen. Eigentlich was Nettes. Mein Papa kam gerade von der Arbeit und quatschte mich schon zu, als er eine Colaflasche aufzudrehen versuchte. Nun ja. Was soll ich sagen. Auch die Cola spritzte quer über den gesamten Tisch mitten auf mich. Ich lächelte nur und meinte, dass das ja alles gar nicht so schlimm sei, schließlich hat das Kleid ja heute schon ne Dusche bekommen und ist derlei Sachen somit gewohnt.

Meine Mutter regte sich noch über die Ungeschicklichkeit meines Vaters auf (wie das bei Ehepaaren halt so üblich ist) und rührte wild im selbstkreierten Dressing herum, als auch dieses nicht drumherumkan aus der tiefen Schüssel herauszuspritzen und direkt neben den Colaflecken zu manifestieren.

Alles in allem heute also ein erfolgreicher Spritztag getreu dem Motto “Aller guten Dinge sind drei”.

Manche Leute begreifen es wahrscheinlich nie: Im Leben geht es nicht darum sich zu finden, sondern sich immer wieder neu zu kreieren. Denn in der stetigen Neukreation seines eigenen Ichs steckt mehr vom wirklichen Ich als in dem, was man zu finden versucht und auf dessen Weg man zu einem Nichts verkümmert.

Der Prozess des Kreierens bedarf aber Charakter und diesen findet man heutzutage eher selten, da Personen, die sich auf der Suche nach sich selbst befinden sich bevorzugt an vorgegebenen Maßstäben wie Schönheitsidealen, IQ, Kleidungsstil anderer orientieren und so schon einen Großteil ihres Charakters aufgegeben haben und sich mehr und mehr von sich selbst entfernen. Die Frage ist natürlich, ob diese Menschen nicht glücklicher werden je weiter sie sich von ihrem wahren Ich entfernen.

Dennoch bleibt mein Leitsatz:

Life isn’t about finding yourself. Life is about creating yourself.

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