20.09.09: Überraschungsparty

September 21, 2009

Heute hat die Tante, die gestern zu Besuch war Geburtstag und es wurde eine Überraschungsparty organisiert. Viel Essen, viele Leute, laute Musik und Inder sind nach einem Drink besoffen, sodass sich der Lärmpegel ins Unendliche steigern kann. Nichtsdestotrotz ganz nett, jedoch völlig verschieden zu deutschen Familientreffen.

Da ich diesen Blog nun aus zwei Tagen Rücksicht schreibe und mich nichtgenau an den Tag erinnern kann, nehme ich an, dass nicht besonderes passiert ist. Nikoos und Shikoos Eltern haben sich darüber aufgeregt, dass wir so lange am Vorabend im Pub waren, wir haben dann einige Malls erkundet, die Tante besucht und abends haben wir bei Supriya Spieleabend gemacht. Scrabble auf Englisch kann schwierig werden, genauso wie Allgemeinwissenspiele. Uno lief!

18.09.09: Angekommen!

September 21, 2009

Um sieben Uhr Ortszeit verließ ich nun das Flughafengebäude. Losgeflogen bin ich bei 6°C, angekommen bei 40°C. Wow! Jetzt musste ich erst mal schlafen! Das tat ich dann auch. Abends sind wir, Supriya, Shikoo, Nikoo und ich, in ein Pub (Howzatt) gegangen. War sehr nett. Musikqualität ist hier um Meilen besser als in Deutschland, dafür wird sie aber auch zehnmal so laut gespielt, sodass man sich während Unterhaltungen anschreien muss, was die Inder aber wiederum zu mögen scheinen, da sie das konsequent in allen Lebenslagen durchziehen, außer im Schlafen. Zu den Getränken ist zu sagen, dass man da bitte keine deustchen Maßstäbe ansetzen darf. Sie sind alle sehr wässrig. Sowohl Bier als auch Cocktails.

Heute ging’s los. Zwischen Indien und mir standen nur noch 24 h Zugabteil, Flughafenhallen und Flugzeugsitze. Verlief alles prima und on time.

Hier nun einige Skurrilitäten und Weisheiten:

1. Preisgarantie?! Denkste!

Angekommen am Flughafen Tegel schaute ich mich nach etwas Essbarem um, weil ich seit meinem Erwachen um drei Uhr in der Frühe noch nichts gegessen hatte. Dabei sah ein Eierbrötchen besonders nett aus und erschien mir für Flughafenverhältnisse erschwinglich. 2,80 € sollte der Spaß kosten. Ich wollte sichergehen und die Flughafenhallen nach evtl. noch besseren Brötchen abklappern und so ließ ich das Eierbrötchen für zehn Minuten dort liegen. Als ich zurückkam kostete, aus verletzter Eitelkeit, dass ich es nicht gleich als das Auserwählte erkannte, oder aus rein ökonomischen Gründen, 3,20 €.

2. London ist teuer!

In London angekommen sah ich fünfeinhalb Stunden Aufenthalt vor mir liegen. Man kann in dieser Zeit durch London cruisen, was mir zu teuer war, da die billigste Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vier Pfund für eine Strecke kostet, oder aber den Duty Free- Bereich auskundschaften. Ich tat letzteres. Resultat: Auch im Flughafen ist London arschteuer! Ich wechselte zwölf Euro, bekam dafür acht Pfund fünfundneunzig und konnte mir dafür gerade mal einen Minisalat mit Miso- Suppe kaufen.

3. Sei nicht besorgt, wenn dein Sitznachbar nach intensivem Medikamentenverzehr während des acht Stunden Fluges nach Verlassen des Flugzeueges plötzlich Atemschutzmaske und Handschuhe anzieht! Er muss nicht die Schweinepest haben- mir geht’s bis jetzt zumindest ganz gut.

4. Am Flughafen Indira Ghandi in Delhi muss man nun nicht mehr nur durch die Passkontrolle, sondern zuvor noch durch den Swine-Flu-Health-Check. Kann sich nur um Stunden handeln.

Einkaufen

Oktober 1, 2008

Es gibt zwei Möglichkeiten einzukaufen: Entweder man besucht die vollen, engen Basare, oder man geht in die hochmodernen, riesigen Malls. Auf Basaren kann man handeln. Die Qualität der Waren ist fraglich und besucht man sie tagsüber hat man kaum eine Chance bis zum jeweiligen Warenstand vorzudringen geschweige denn gegen die lauten, leiernden Stimmen der anderen kaufwütigen Anwesenden anzukommen. In Indien muss man sehr aggressiv sein. Sei es beim Autofahren, beim Anstehen in einer Schlange, im Wartezimmer eines Arztes oder beim Warten auf eine Umkleidekabine. Zollt man den in Deutschland üblichen „Diskretionsabstand“ oder wartet man auch nur bis der Vordermann den jeweiligen Ort in gebührendem Abstand verlassen hat, hat man verloren! Sobald der Vorgänger auch nur andeutet, dass er bereit ist zu gehen, sei es durch eine veränderte Fußstellung oder das Knirschen beim Hervorschieben eines Riegels, muss man ohne zu zögern sich auf den Ort des Begehrens stürzen um wenigstens eine geringe Chance zu haben als nächster dran zu sein. Böse, abwertende Blicke, Kraftausdrücke und Ellenbogeneinsatz können zum Erreichen des Zieles behilflich sein.

Geht man in die riesigen Einkaufszentren zum Shoppen findet man weitere Besonderheiten. Zum einen passiert man beim Betreten des Einkaufszentrums die von den Flughäfen bekannten „Beeper“. Sie sollen vor Mitbringen von Waffen oder Einschmuggeln von Bomben schützen. Tun sie aber nicht. Nicht, weil sie nicht piepen, sondern weil das Securitypersonal jegliche Pieptöne ignoriert. Vor allem bei Frauen. So piept das Ding jedes mal wenn ich da durch gehe wie verrückt und ich schaue jedes Mal fragend zu den Security- Typen rüber, aber es passiert nix. Also schlendere ich als eventueller Märtyrer genüsslich durch die Einkaufspassage.

Hat man sich dann entschieden in einen der unzähligen Läden etwas käuflich zu erwerben, geht das nächste Prozedere los. Man kauft nicht einfach nur die Ware, bekommt sie eingepackt und geht. Nein, weit gefehlt! Man kauft eine Ware und bekommt sie eingepackt und zusätzlich zwei Kassenzettel. Sobald man dann versucht den Laden zu verlassen wird man gestoppt als sei man ein Schwerverbrecher, denn: man hat vergessen nach der Zahlungsabwicklung auf die gegenüberliegende Seite des Ladens zu gehen um dort noch einmal die Waren vor einem weiteren Security- Typen auszupacken, mit dem Kassenzettel abzugleichen, einen Kassenzettel dazulassen und erst dann den Laden zu verlassen.

Als wir letztens in das Taj Mahal Museum gehen wollten passierte etwas ähnliches. Ich ging durch die Eingangstür. Am Ende der Eingangstür saßen beidseitig zwei Männer und grinsten mich an. Ich sagte ich wolle Eintrittskarten kaufen. Der eine gab mir ein blaues Abrisszettelchen woraufhin ich mich munter ins Museum stürzen wollte, doch plötzlich hörte ich hinter mir wildes Geschrei. Ich drehte mich um und sah in die lächelnden Gesichter der beiden sich gegenübersitzenden Männer. Nun wies der, bei dem ich das blaue Abrisszettelchen gekauft hatte darauf hin, dass ich diesen doch bitte bei dem anderen, 1m-entfernt und gegenüber sitzenden Mann entwerten lassen müsse…ich mein: So schafft man natürlich auch Arbeitsplätze.

Parken

Oktober 1, 2008

Sehr interessantes Thema. Prinzipiell ist zu sagen, dass es zu wenige Parkplätze gibt. Zudem sollte man sich nie selbst auf die Suche nach einem irgendwo am Straßenrand machen, denn: So schnell man diesen Platz auch gefunden hat, so schnell ist das Auto samt Inhalt auch von dort verschwunden, gemeint ist: geklaut. Deswegen lässt man sich von einem der hunderte Platzanweisern zu einem, für das jeweilige Auto viel zu kleinen, Parkplatz leiten, quetscht sich zwischen die anderen Parkenden und atmet während des Aussteigens stark aus um die Delle im Nachbarwagen möglichst klein zu halten. Dann gibt man vertrauensvoll seine Schlüssel an den Platzanweiser, auf dass dieser dein Auto nach belieben umparken kann, so dass, wie unten schon einmal erwähnt, mehrere Autoreihen nicht nur nebeneinander, sondern auch vor- und hintereinander parken können. Kommt man dann nach langem durch- die- Gegend- schlendern zurück muss man sich auf die Suche nach seinem umgeparkten Auto machen. Hat man es im Dunklen gefunden brüllt man über den gesamten Parkplatz in der Hoffnung, dass nun möglichst bald der Schlüsselträger angewatschelt kommt. Dies kann unter Umständen aber auch etwas länger dauern, da er möglicherweise gerade in einem tiefgründigen Gespräch ist, ein anderes Auto einweist/ umparkt, Kaffee trinkt oder einfach nur gerade beten muss.

Wie oben schon erwähnt sollte man sich immer mit einem Einheimischen durch die Tücken der indischen Infrastruktur hangeln, denn es kann passieren, dass gestern noch dagewesene Parkplätze heute spurlos verschwunden sind. So sind wir letztens das gesamte Red Fort dreimal abgefahren (hat ungefähr eine Länge von schätzungsweise zwei Kilometern) und es gab auf der gesamten Breite nicht einen einzigen Parkplatz.

Luxuriöser sind da die Parkhäuser der Malls. In einem Mallparkhaus wird vor der Einfahrt erst einmal das gesamte Auto gescannt. Nach Bomben. Vorne wird ein Spiegel untergeschoben, hinten wird der Kofferraum durchsucht. Nach belieben wird gleichzeitig der Fahrer noch mit einem Beep-Ding kontrolliert und ist dann alles in Ordnung, hat man Zugang zum Mallparkhaus. Vor den Schranken befinden sich, wie hierzulande auch, Ticketautomaten. Einziger Unterschied: Der Ticketautomat steht nicht allein da. Um ihn herum findet man mindestens noch zwei Inder. Ein Inder ist dafür da den Knopf zu drücken, der ein Ticket anfordert, der andere dazu das Ticket zu entnehmen und es einem durch das geöffnete Fenster zu reichen. Je nach Stimmung können auch noch mehr Inder da herumstehen, die einem Werbezettelchen andrehen oder einfach nur Mittagspause haben. Hat man das Ticket, öffnet sich die Schranke. Nun sucht man nicht wie einem gewöhnlichen deutschen Parkhaus nach einem Parkplatz seiner Wahl, sondern man wird um jede noch so kleine Ecke von einem Lotsen gelotst, bis man am Ende eines langen Weges auf den letzten Lotsen trifft, der einem den finalen Platz zuweist. Im Gegensatz zu den Straßenparkplatzanweisern verlangen diese Lotsen jedoch kein Geld.

bomb blast in delhi

September 18, 2008

Heute wollten wir den Sehenswürdigkeiten Delhis unsere Aufmerksamkeit widmen und so machten wir uns gegen 14 Uhr auf aus Gurgaon nach Delhi. Auf dem Weg sammelten wir einen Freund ein und fuhren dann direkt zum Central Park um dort einen Parkplatz zu suchen.

Das besondere an den Parkplätzen hier ist, dass man die Autoschlüssel dem „Parkplatzwart“ gibt und dieser so mehrere Reihen von Autos hintereinander parken kann und falls einer der Zugeparkten sein Auto benötigt die später gekommenen einfach umparkt.

Die Tage hier sind heiß und feucht, sodass, sobald man das gekühlte Auto verlässt, tierisch zu schwitzen anfängt. Nun gingen wir einen Boulevard entlang, der einen Park (Central Park, Connaught’s Place) kreisförmig umgibt und wollten uns schon auf zu einem typisch-indischen Marktplatz machen, als unserem Freund, nennen wir ihn Sanjukt, einfiel, dass er unbedingt noch einen Vodafone- Shop finden muss um seine Rechnungen zu bezahlen. Diese scheint man in Indien immer bar zu bezahlen. Nichts mit Kontoeinzugsermächtigung oder Online Banking oder dergleichen. Also liefen wir den gesamten Weg und noch viel mehr wieder zurück. Durstig wie wir waren wollten wir natürlich eine Abkürzung nehmen und schlenderten durch den sich in der Mitte befindlichen Park, vorbei an Mülltonnen und einer unterirdisch angelegten Markthalle. Das war so gegen 17.45 h. Wir fanden den Vodafone- Shop, ließen uns noch von einem Händler seine neueste Errungenschaft zeigen und machten uns dann auf zu einem der bekannten Marktplätze in Delhi. Wir hatten jedoch Durst und so stoppten wir in einem der unzähligen Straßencafés. Dort gab es dann cold coffee, french fries und einen veg burger. Es gibt in Indien keine richtigen Burger ( damit meine ich die, die es bei uns gibt und die aus Rinderfleisch gemacht sind ), weil Rinder hier heilig sind und somit nicht gegessen werden. Wenn ein Rind über die Straße schlendert liegt der gesamte Verkehr still. Und wenn es sich dann noch mit all seinen Rinderfreunden entscheidet auf einer Hauptverkehrsstraße ein Nickerchen zu halten hat man einfach mal Pech gehabt. Burger gibt es in Indien also mit Lammfleisch. Bei dem Snack eröffnete uns Sanjukt, dass er gestern gekündigt habe und dass er uns nächste Woche vielleicht ganz Delhi und Umgebung zeigen könne, vorausgesetzt das Gespräch mit seinem Chef am Montag verliefe wie geplant. Kündigungsgrund war eine Vorverlegung der Arbeitszeit auf fünf Uhr morgens. (Viele Menschen hier sind von amerikanischen Firmen angestellt. So sind die fast alle Service Center und andere Call Center der Amis in Indien. Da die Zeitverschiebung so um die sieben Stunden beträgt müssen somit die Mitarbeiter, die in besagten Call Centern arbeiten nachts arbeiten um für die amerikanische Konsumgesellschaft ansprechbar zu sein. Dieses Schicksal hat nun auch Sanjukt ereilt- es gefiel ihm nicht- er kündigte). Auf die Frage hin, was er denn nun machen wolle antwortete er „Das Schicksal wird schon wissen was es mit mir vorhat“ und lächelte. „Wie das Schicksal wird es schon wissen?“-„Glaubst du nicht ans Schicksal, Zoe?“-„Nein. Ich glaube jemand kann mal mehr oder weniger Glück haben aber ich glaube nicht, dass alles in deinem Leben schon vorbestimmt ist.“ Er lächelte wieder und neigte den Kopf zur Seite. „Nenn es wie auch immer du möchtest“. Wir gingen. Wir wollten zu einem der großen Basare Delhis, doch als wir ein riesiges, rötlich schimmerndes Gebäude sahen, in dem ausschließlich indische Waren verkauft wurden konnten wir nicht umhin als mal einen Bummel hindurch zu machen. Es war umwerfend. Alles schimmerte und funkelte wie in 1001 Nacht. Sämtliche Gottheiten waren dort versammelt, es gab typische indische Möbel, Lampen, Accessoires, Wandschmuck, Tee.

Man konnte indische Hochzeitskleider bestaunen und anprobieren, es gab Schmuck in Hülle und Fülle und auch an mehr oder weniger kitschigen Souvenirs mangelte es nicht. Auch gab es wunderschöne Hemden (das fällt mir in diesem Zusammenhang nur ein, weil ich letztens in Berlin mit meinem Paps auf der Suche nach anschaulichen Männerhemden war und es keine gab). Kurz gesagt: Ich befand mich in einem auf riesigen vier Etagen ausgedehntem Shopping-Paradies. Wir schlenderten verträumt hindurch und nahmen am Ende unseres Rundganges in einem Café im Obergeschoss statt. In gastronomischen Einrichtungen hier gibt es irgendwo immer einen Fernseher und so sahen wir gerade den hell erleuchteten, mit Menschenmassen gefüllten von Polizei- und Feuerwehrautos überlaufenen Central Park, als auch unsere Telefone wie wild zu bimmeln begannen. „You ok?“- „Yeah, sure. Just having a cup of cold coffee with ice cream“- „Good. There have been 3 bomb blasts in the centre of Delhi”. . . Stille. Wir schauten auf die Fernsehbildschirme. Plötzlich fing unserer Nachbar an zu erzählen. „Ich war gerade in diesem unterirdischen Markt im Central Park. Und gerade als ich wieder nach oben gekommen bin hörte ich hinter mir einen tierischen Knall und eine Druckwelle. Das muss die Bombe gewesen sein“

Wie wir in der nächsten halben Stunde feststellten war es eine Bombenserie. Es explodierten 5 Bomben innerhalb von 45 Minuten. Zwei davon explodierten 18.30 h in Mülltonnen des Central Park, die wir nur eine dreiviertel Stunde zuvor passiert hatten.

Auf dem Rückweg versuchten wir uns so schnell wie möglich durch die überfüllten Straßen Delhis zu kämpfen. Im Auto war es still. Doch dann erklang vom Rücksitz Sanjukts Stimme. „So Zoe, you don’t believe in destiny?!“

Die gleiche Frage hatte ich mir auch gerade gestellt.

Folgende Situation: Abend unter Freundinnen- vorangegangenes, leckeres Abendessen mit alkoholisch Mixgetränken- leicht beschwipster Aufbruch in den Großstadtkiez (und ich spreche hier von der größten Stadt Deutschlands)- weiterer Verzehr alkoholischer Mixgetränke- gegen zwei Uhr morgens stellen wir fest, dass es schon etwas spät ist um zum Tanzen aufzubrechen und wir außerdem auch nicht besonders viel Lust darauf haben- kommen zu dem Schluss den Abend gemütlich in einer weiteren Bar ausklingen zu lassen-da ich mich nun nicht weiter mit Alkohol zulaufen lassen muss um das Elend in den Berliner Clubs ertragen zu können entschließe ich mich zur Abwechslung mal etwas schmackhaftes ohne Alkohol zu trinken: Heiße Schokolade mit Sahne.

Man ahnt nicht, was für ein Chaos man mit einer solchen Bestellung in einer Bar anrichten kann. Wirklich! Ich habe jetzt schon mindestens drei Mal nach Mitternacht dieses köstliche Heißgetränk, was man wahrscheinlich in jedem Kuhdorf rund um die Uhr noch frisch aus dem Euter einer glücklichen Alpenkuh bekommen kann, trinken wollen und habe es NIE ich wiederhole NIE bekommen. Das muss man sich mal vorstellen!

*yummy yummy in my tummy*-denkste!

*yummy yummy in my tummy*-denkste!

„Tut mir Leid! (Ich habe in vier Stunden Feierabend und dachte mir, damit dass nachher schneller geht…) Na jedenfalls hab ich die Kaffeemaschine schon mal ausgestellt“-“Na das ist doch kein Problem. Dann stellen sie Sie halt schnell wieder an“-“Hihi….na…neee…eigentlich wollt’ ich nich mehr…können Sie nicht was anderes nehmen?“-“Nein. dann nehm ich nichts“ Nun mischt sich eine Freundin ein: „Na los jetzt nehm halt was anderes“-“Ich hab aber keinen Bock etwas anderes zu nehmen. Ich hatte Lust auf ne heiße Schokolade und die gibbet es hier offensichtlich nicht. Ist doch auch gar kein Problem. Dann trinkt ihr halt euren Cocktail und dann ist gut“-“Zicken wa jetz rum oder was?!“-“Was hat das denn mit Rumzicken zu tun, wenn ich ein nichtalkoholisches Heißgetränk, was auf der Karte steht, 5 Stunden vor Ladenschluss haben möchte und es nicht bekomme…dann sag’ ich halt einfach mal „Servicewüste Deutschland-Hier werden Sie geholfen“"-“Jetzt nehm’ halt nen Cocktail“-“Sag mal! Drück ich mich unklar aus oder was?!Ich habe keinen Bock auf Alkohol!“ Verständnisloses Kopfschütteln.

Ich denke ich bin hier im falschen Film. Seit wann muss man aus „Anstand“ Alkohol trinken um das offensichtliche Manko eines Dienstleistungsgewerbes auszugleichen. Verkäufer ist König- Ihr Kunde tut alles für Sie, oder was?! Kann mir schon vortsellen, warum sich in letzter Zeit so viele Jugendliche totsaufen: Die bekamen einfach nie was sie wollten und dann sollten sie sich halt nich so anstellen und sich mit den Tequilla Shots zufrieden geben. Na herzlichen Glückwunsch auch.

Bevor ich hier aber eine politische Debatte draus mache wollt’ ich zu guter Letzt nur noch einmal fetshalten, dass ich das ziemlich Scheiße fand. Und für alle Berlin-Besucher, die vom Dorfe kommen und zu später Stunde gerne mal eine heiße Schokolade mit Sahne schlemmen wollen sei gesagt: Nehmt euch den Wasserkocher und das Schokopulver von zu Hause mit, denn Berliner Nächte sind für sowas ein sehr hartes Pflaster.

Letztens ist mir was passiert: Unglaublich!!! Ich bin abends mit einem Freund schön in eine Cocktail-Bar gegangen. War auch alles ganz nett. Wir haben uns schön die Mai Tais hintergekippt, viel gelacht und rumgealbert. Am Nachbartisch nahm eine Lady Platz. Sie blieb den ganzen Abend über alleine und mit fortschreitender Stunde trank sie mehr und mehr. Anscheinend hatte sie ihr Typ versetzt oder so. Nun ja. Irgendwann stand sie auf, ergriff hastig ihre Tasche, ging zum Kellner, beredete etwas mit ihm und verließ das Lokal. Kurz darauf verlangten auch wir die Rechnung. „Sie zahlen auch für die Dame, die vorhin am Nachbartisch saß?“-„Ähm…nein. Wir kennen die Dame nicht“-„Nun, sie hat die Getränke auf Sie anschreiben lassen“ Wir schauten uns verdutzt an. „Da muss ein Irrtum vorliegen“, sagte meine Begleitung, schnappte sich seinen Mantel und rannte so schnell er konnte die Straße entlang, auf der die Lady zuletzt verschwunden war. Er erwischte sie auch mehrere Querstraßen weiter und fragte sie, was das denn solle. „Das tut mir schrecklich Leid“, erwiderte die Dame, „aber mein Randevouz hat mich versetzt und ich hatte kein Bargeld bei mir und so wusste ich mir nicht anders zu helfen als alles auf Ihre Rechnung setzten zu lassen. Aber ich mache Ihnen einen Vorschlag: Ich wohne zwei Blöcke weiter. Ich gehe schnell nach Hause, hole Geld und dann begleichen wir das ganze. Als Pfand lass’ ich Ihnen meine Handtasche hier“ Mein Freund war einverstanden und so wartete er mit der Handtasche in seiner Hand mitten auf der verlassenen, dunklen Straße. Wenige Minuten später kam die Dame wieder. Doch sie kam nicht mit dem Geld. Stattdessen hatte sie einen Polizisten im Schlepptau. „Sehen Sie Herr Wachtmeister! Dort! Dort steht der Schuft, der mir meine Handtasche geklaut hat“ schrie sie und zeigte auf meinen Freund. Der wusste gar nicht, wie ihm geschah. Musste er auch nicht, denn er wurde sofort ins Verhör genommen. „Ist das die Handtasche dieser Frau hier?“-„Ähm….ich denke schon…aber sie hat…“-„Ja ja. Wie kommen Sie zu der Handtasche? Was befindet sich in der Handtasche?“-„Sie hat sie mir gegeben. Als Pfand.“ Der Polizist belächelte ihn. Dann nahm er die Tasche und schaute hinein. Er schüttelte den Kopf und schaute noch einmal. Dann hielt er sie meinem Freund hin. Er schaute hinein, und was er sah ließ ihn erschaudern. In der Tasche befanden sich Knochen.

Nach eingehenden forensischen Untersuchungen stellte sich heraus, dass es die Knochen eines Bären waren. Nämlich des Bärens, den ich euch gerade aufgebunden habe ;)

Tag des Spritzens

Juli 23, 2008

Ich habe mich heute Richtung Warschauer Straße begeben, um mich in einem „innovativem, kleinen Schmuckgeschäft“ als Aushilfe vorzustellen. Man malt sich vor seinem inneren Auge vorher aus, wie dieses kleine, innovative Schmuckgeschäftchen aussehen könnte und vor meinem inneren Auge war es ein kleines Lädchen, mit allerlei niedlichem Modeschmuck und und anderen netten Accessoires, das kürzlich von Design-/Kunststudenten oder sonstig künstlerisch begabten Leuten aufgemacht wurde. Nun, die Wahrheit sah natürlich anders aus. Als ich ankam, stand ich vor einem Gothik-Schmuckladen. Die „Chefin“ war eine dürre, 50-jährige Spargelstange mit Punkerschnitt und laschem Händedruck, bei der man nicht auf den ersten Blick erkannte, welchen Geschlechtes sie denn angehört, die anderen Mitarbeiter wirkten normal, wenn nicht sogar leicht verschüchtert. Mich hätte es nicht gewundert, wenn von dem „innovativen“ Schmuckgeschäft eine Verbindungstür zu einem Untergrund-Tattoo-Lädchen oder einer Domina-Gruft geführt hätte. Ich habe mich natürlich möglichst schnell aus der Affäre gezogen. Als ich dann wieder sicher in der Bahn nach Hause saß, wollte ich mir besonnen ein Schlückchen Mineralwasser mit Sprudel gönnen. Ich schaute aus dem Fenster, drehte am Verschluss der Flasche und *Splash-splash* hatte ich einen halben Liter Mineralwasser auf mitten auf dem Kleid. Habe die unangenehme Situation natürlich gekonnt mit „So-tun-als-sei-nix-passiert-und-verträumt-aus-dem-Fenster-Gucken“ überspielt. Als mir von einem netten Mann dann jedoch lächelnd ein Taschentuch gereicht wurde konnte ich nicht umhin mich zu bedanken und schnell mein durchtrieftes Kleid abzutupfen.

Zu Hause angekommen gab es dann Mittagessen. Eigentlich was Nettes. Mein Papa kam gerade von der Arbeit und quatschte mich schon zu, als er eine Colaflasche aufzudrehen versuchte. Nun ja. Was soll ich sagen. Auch die Cola spritzte quer über den gesamten Tisch mitten auf mich. Ich lächelte nur und meinte, dass das ja alles gar nicht so schlimm sei, schließlich hat das Kleid ja heute schon ne Dusche bekommen und ist derlei Sachen somit gewohnt.

Meine Mutter regte sich noch über die Ungeschicklichkeit meines Vaters auf (wie das bei Ehepaaren halt so üblich ist) und rührte wild im selbstkreierten Dressing herum, als auch dieses nicht drumherumkan aus der tiefen Schüssel herauszuspritzen und direkt neben den Colaflecken zu manifestieren.

Alles in allem heute also ein erfolgreicher Spritztag getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“.